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Kerala – die Backwaters

Oh my India. Superemotional. Das beschreibt meinen Zustand am Abend vor meinem Abflug nach Indien ganz gut. Ich trank noch ein schnelles Glas Rotwein mit meinen Nachbarinnen. Mein bester Freund kam auf einen Sprung vorbei. Zusammen hingen wir noch ein Löwenposter an die Wand. Ich reinigte akribisch meine Wohnung und versuchte meinen roten Rucksack zu packen. Der alles überladende Gedanke in meinem Kopf aber war: Warum noch mal Indien, dieses Wahnsinnsland? Als ich kurz vor dem ins Bett fallen, noch mit meiner Schwester telefonierte, meinte ich zu ihr: „Das wird meine letzte große Reise und vor allem meine letzte nach Indien“. Ich bekam die junge Inderin, die im Dezember 2012 in Delhi so unglaublich grausam vergewaltigt wurde, nicht aus meinem Kopf.

Am nächsten Morgen sputete ich im Morgennebel zum Bus, bemerkte, dass noch zehn Minuten Zeit sind. Kaufte mir beim türkischen Bäcker an der Ecke einen Cappuccino, um fünf Minuten später vom freundlichen Busfahrer angeblafft zu werden: der bleibt aber draußen. Oh Du Berliner Ruppigkeit, dich werde ich nicht vermissen. Am Flughafen angekommen reihte ich mich in die Schlange zum Check In ein. Hippies. Liebespaare und zum Glück stand direkt vor mir Yvonne aus Leipzig. Wir kamen schnell ins Gespräch. Sie flog zum ersten Mal nach Indien. Gleich für zwei Monate und war mindestens genauso aufgeregt wie ich. Als wir in Abu Dhabi umstiegen waren wir thementechnisch schon bei unseren vergangen Lieben angekommen und genau das liebe ich am Alleinreisen: es gibt Raum für die Lebensgeschichten von Menschen.

Ich hatte mich für drei Wochen Kerala entschieden. Und so soft, wie es anfing, ging es auch weiter. Mit der aufgehenden Sonne am Flughafen in Thiruvananthapuram angekommen suchte ich nach anderen Reisenden, die auch nach Varkala, eine kleine Stadt am Arabischen Meer wollten. Ich fand ein junges Berliner Paar, wir staunten nicht schlecht über die Luftfeuchtigkeit und teilten uns ein Taxi nach Varkala. Dieses glückliche Suchen und Finden, zog sich wie ein roter Faden durch meine Reise.

Im Laufe der Jahre bin ich zu einer langsamen Reisenden geworden. Ich hatte drei Wochen Zeit, sechs Nächte plante ich in einem Yogahaus in Varkala. Der Rest der Reise war ein weißes Blatt Papier. Schließlich stoppte ich drei Tage in Amritapuri, im Ashram von Amma. Fünf Nächte in den Backwaters. Es blieben noch ein paar Tage für die Stadt Kochi und Zeit für zwei verträumte Tage auf Vypeen Island, der Sonne, Fischcurry und dem Meer.

Zwei Wochen nach meiner Ankunft in Indien schreibe ich meiner Schwester eine begeisterte Mail: Oh könntest Du doch auch mal mit mir nach Indien kommen. Sie hat zwei kleine Kinder und es wird noch etwas dauern bis die Zeit dafür da ist. Aber ich weiß, dass sie lächeln wird, wenn sie meine Zeilen liest und ich glaube, dass sie staunen wird, wenn sie Indien kennenlernt. Indien ist so intensiv. So bunt. Indien ist voll da. Und vor allem ist das Land eine Herausforderung, die man nicht immer braucht. Indien ist wie sehr starker Kaffee am Morgen, der wach macht. Ich mag es, dass die Busse Namen tragen wie „Superstar“, dass die Kleidung der Frauen so farbenfroh ist. Kerala steht für mich für Palmenwälder, die Backwaters und den Ozean. Hindus, Muslime und Christen leben weitgehend friedlich zusammen. Das hat mich beeindruckt. Am allerglücklichsten bin ich, wenn ich in das Haus von Fremden herein gewunken werde und dort fotografieren darf. Bei einer älteren Dame in Alleppey entdeckte ich dasselbe Gottesbild, dass auch bei meinen Eltern im Schlafzimmer hängt. Verrückt.

Brenda aus Holland meinte bei einer Tasse Chai zu mir: Indien ist das Land der Suchenden. Nirgendwo sonst trifft man so viele interessante Reisende. Ich starte mit den Bildern in Amritapuri. Mit ein paar anderen Travellern ging es mit der Fähre in fünf gemütlichen Stunden von Amritapuri in das wusselige Städtchen Alleppey. Die Stadt liegt im Herzen der Backwaters. In meinem Reiseführer wurde Alleppey als das Venedig des Ostens beschrieben. Ziemlich übertrieben. Aber wenn man sich zu Fuss auf macht und in Richtung Reisfelder läuft, wird es unglaublich schön, grün und magisch.

India I will come back. Hopefully.

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Meine schönste Unterkunft in Kerala. Das „Malayalam Lake Resort Homestay“ in Alleppey. Ein wenig über meinem Budget, aber jede Rupie wert. Dort habe ich eine kleine Verschnaufpause eingelegt und zwei Tage lang die Boote auf dem Hausboot-Highway beobachtet und Ananasshake getrunken.

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